Von einer schweren Trennung und einem ersten Mal

5. Oktober 2016 6 Von Ronja

Ja, ich habe es getan. Wochenlang habe ich mir den Kopf darüber zerbrochen, ob ich sie noch irgendwie retten kann. Oder damit leben, wie es nunmal ist. Aber manchmal ist es einfach zu spät und was kaputt ist ist einfach kaputt. Aber schöne Tage hatten wir!
Aber nicht jede Trennung ist endgültig und was kaputt ist, ist nicht unbedingt verloren. Ist doch klar, dass meine Lieblingshose nicht einfach im Müll landet.
Vor allem, da das dünne Leinen so schön mit dem Korkstoff harmoniert, von dem ich mir jetzt doch endlich mal ein kleines Stück gegönnt habe. 

Eigentlich wollte ich das Material nur einmal ausprobieren, bisher hat mich da aber der Kostenfaktor abgeschreckt. In unsere immer etwas rückständigeren Stoffladen hat sich nun aber auch endlich eine Rolle davon verirrt und nach einer kurzen Fühlprobe war schon klar, dass davon was mit muss. Und ich bereue nichts – das wird ganz sicher nicht mein einziger Kauf bleiben.

Jedenfalls (wie hätte es auch anders kommen können?) lebt meine Hose jetzt ein zweites Leben als Tasche. Überraschung ;)

Für den Taschenkörper habe ich einfach die Beine der Hose abgetrennt und an einer Seitennaht aufgeschnitten, dann passende Teile ausgeschnitten (die Innennaht der Beine hab ich einfach mitverwendet, ansonsten hätte ich sowieso stückeln müssen).

Mit dem Korkstoff habe ich den Boden abgesetzt, das scheint mir recht robust zu sein und notfalls auch mal abwischbar.
Die Klappe ist nur außen aus Korkstoff, Innen habe ich nochmal den Hosenstoff verwendet. Sieht jemand wie fast perfekt ich die Rundungen genäht habe? Ich glaub das ist mir nie so gut gelungen :)
Achja, verschlossen wird sie mit einem Magnetknopf:

    
Zu diesem kleinen Korkflicken gibt es natürlich mal wieder eine dumme Geschichte, die ich hier nicht vorenthalten will: Als ich die Ösen für die Taschenträger einschlagen wollte, hab ich mich an der Seitennaht der Tasche orientiert, weil da ja die Öse sinnvollerweise auch sein sollte. Nachdem das Loch dann im Stoff war, ist mir aufgefallen, dass das wohl nicht die Seitennaht war, sondern die mitverarbeitete Hosennaht. Doof. Mein erster Impuls war, trotzdem die Öse einzuschlagen, aber die Platzierung hätte ja irgendwie keinen erklärbaren Sinn ergeben, also lieber zum Patzer stehen und Flicken drauf. Kann ja jedem mal passieren.

Die Träger sind übrigens auch aus dem Hosenstoff, zumindest vorerst. Karabiner hatte ich nur noch für 30 mm Gurtband, aber kein passendes Gurtband. Und Schieber nur in 38 oder 40 mm. Also passte nix zusammen. Und eigentlich mag ich für Taschen dieser Größe auch lieber breiteres Gurtband, da werd ich nochmal was passendes auftreiben und einen anderen Träger fertig machen. Bis dahin kann ich mit meiner Lösung aber ganz gut leben.

Innen, wie man sieht, alles ganz einfach gehalten. Nur eine aufgesetzte Tasche und der unvermeidliche Karabiner für das Labello-Täschchen.

Der Schnitt ist – wie so oft – wieder selbst zusammengeschustert. Am liebsten mag ich an so simplen Basic-Schnitten ja, dass man durch die Kombination verschiedener Stoffe und Materialien so unterschiedliche Ergebnisse bekommt. Außerdem lassen sie sich so schön leicht abwandeln und individualisieren. In diesem Fall, mag ich aber das minimalistische sehr gern. Einfach die Materialien wirken lassen.

Mein Fazit: Korkstoff wird auf jeden Fall öfter unter meiner Nadel landen! Das Material lässt sich einfach unkompliziert vernähen und toll kombinieren. Anders als SnapPap lässt es sich auch super wenden und meine Nähmaschine tut sich gefühlt leichter, wenn ich mehrere Lagen zusammennähen muss.
Über den Preis will ich gar nicht groß reden, schließlich hab ich (dieses mal) ja am Stoff gespart ;)

Jetzt ab zu RUMS und TT-Taschen und Täschchen  und natürlich zum Upcycling!