November Blog Hop – Warum ich Nähe und Blogge

24. November 2017 15 Von Ronja

Ein spannender Monat war der November für mich. Beim November Blog Hop „Warum ich nähe und blogge“ durften wir ganz intime Einblicke in die Näh- und Gedankenwelt einiger Bloggerinnen erhalten. Die Liste der einzelnen Beiträge verlinke ich für alle noch einmal am Ende des heutigen Posts.

Ich freue mich, dass so viele tolle (Näh)Bloggerinnen der Einladung von Mareike und mir gefolgt sind und aus dem Nähkästchen geplaudert haben. Sehr spannend war es zu sehen, dass sich die Ansichten an so vielen Punkten überschneiden, auch wenn die Geschichten der einzelnen Frauen ganz unterschiedlich sind.

Und jetzt muss ich mir abschließend die Frage stellen – warum nähe und blogge ich? 
Zum Thema nähen, habe ich hier ja schon mal recht ausführlich geschrieben, deswegen versuche ich den Fokus heute auf das Bloggen zu legen. Wie ich aber zum Nähen kam, möchte ich auch kurz erzählen, falls ich das kurz schaffe ;)

Also, wie kam das?
 
So ganz genau kann ich das nicht mehr rekonstruieren, aber ich erinnere mich an eine Situation vor vielen Jahren auf der Arbeit. Ich hab damals in einer Bar/Kulturverein/whatever gearbeitet und draußen Pause gemacht, neben mir stand ein Mädchen mit einer superschönen Tasche. Ich hab sie angesprochen und sie hat mir erzählt, dass sie die selbst genäht hat. Per Hand.(!) Sie würde mir auch eine nähen, geschenkt. In dem Moment hab ich dankend abgelehnt, ich kannte sie nicht und war total überrumpelt. Hinterher habe ich mich geärgert. Da ist dann wohl das erste mal der Gedanke entstanden, dass ich das können möchte.

Meine Nähmaschine bekam ich dann an Weihnachten 2014, damit hab ich wirklich nicht gerechnet. Ich hab sie spaßeshalber auf den Wunschzettel geschrieben, weil Mama gesagt hat, ein Pferd könnte ich nicht bekommen und Socken sind kein richtiges Geschenk. Ja, irgendwie so war das wirklich!

Also hatte ich eine Nähmaschine. So ein Gerät, dass ich nur vom angucken kannte. Außer Knöpfen an, hatte ich bis dahin nichts genäht. Aber es hat superviel Spaß gemacht, auch wenn die Maschine eine kleine Discounter-Zicke war, und ich hab daran sehr vieles gelernt. Ich  liebe es einfach, Dinge zu gestalten, mir Schnitte auszudenken, rumzutüfteln und am Ende was Schönes, was eigenes in der Hand zu halten. 

Und warum blogge ich?

Um diese Frage zu beantworten, bin ich auch wieder zurück zu den (Näh)Anfängen gegangen.

Mit meinen Nähanfängen habe ich durch die Suche nach Nähanleitungen und Schnittmustern auch das erste mal die Näh- und DIY-Bloggerwelt entdeckt. Wie wahnsinnig groß dieses Netz ist, habe ich zu dem Zeitpunkt nicht mal erahnt.

Es gab Blogs, die ich regelmäßiger gelesen habe und durch die ich auf verschiedene Aktionen und Linkpartys aufmerksam wurde, wodurch ich auf wieder neue Blogs gestoßen bin, und so weiter.
Im gleichen Zuge wuchs auch in mir der Wunsch, selbst genähtes und geschaffenes mit anderen zu teilen, mit Menschen, die die gleichen Interessen und Leidenschaften haben. Geschrieben habe ich auch schon immer gerne.
Vermutlich kennen von euch einige das Gefühl, anderen voller Leidenschaft vom liebsten Hobby zu erzählen, die sich kaum dafür interessieren. Sehr unbefriedigend, und am Ende hat man oft das Gefühl, sein Gegenüber gelangweilt zu haben.
In meinem Umfeld gab es einfach niemanden, mit dem ich mich austauschen konnte. Wohlwollendes Interesse und auch Zuspruch, aber niemanden, der auch selbst Spaß am Nähen hatte. Das hat sich übrigens bis heute kaum geändert, Fachsimpeleien gibt es höchstens mit der Lieblingsstoffverkäuferin.

Ja, ich will teilen was ich mache, was ich lerne, nette Worte gesagt bekommen (von Menschen, die sich auch wirklich interessieren) und Ratschläge oder Kritik, wenn ich mal nicht weiter weiß. Und es macht mir Spaß, anderen weiterzuhelfen, zu inspirieren. Das Größte ist es für mich, wenn ich Feedback bekomme und weiß, dass jemand nach meinen Ideen oder Anleitungen sein Nähwerk gemeistert hat oder ich den Anstoß geben konnte, ein Projekt endlich anzupacken.

Mein Blog, just sewn., existiert jetzt schon seit zwei Jahren und es ist für mich selbst oft hilfreich in meine dokumentierten Anleitungen zu schauen und spannend zu sehen, wie ich mich entwickelt habe. Das hier ist zwar kein privates Tagebuch, hat aber in gewisser Weise auch Tagebuchcharakter, weil so viele Gedanken und Entwicklungen hier nachzulesen sind. Übrigens ist die Tagebuchsache ein Punkt, der häufig bei meinen Mitbloggerinnen aufgetaucht ist.
just sewn. hier ist kein „Hochglanzblog“. Die Bilder sind nicht immer perfekt, die Texte oft nur sehr kurz. Es gibt Phasen, in denen ich nur wenig zum Bloggen komme oder einfach nichts zu zeigen habe. Aber das macht nichts, der Blog bedeutet für mich mittlerweile nicht mehr, dass ich abliefern muss (am Anfang hatte ich das Gefühl). Ich freue mich zu sehen, dass einige Leserinnen immer wiederkommen, mit ein paar Bloggerinnen bin ich in näheren Kontakt gekommen und durfte an einigen tollen Probenähen und anderen Projekten teilnehmen.
Mittlerweile habe ich auch den Schritt auf Facebook gewagt, bin dort auch recht aktiv, das vernetzen ist viel einfacher. Aber hier hat alles angefangen und hier bleibt auch der Hauptfokus.
So, und nun hoffe ich, dass euch dieser kleine Einblick gefallen hat :)
Wer nochmal nachlesen möchte, was die anderen zum Thema denken, darf sich gerne nochmal durchklicken:
Weil mir das Thema so viel Freude bereitet, verlinke ich mich heute auch beim Freutag :)
Habt ein schönes Wochenende!
 P.S. Wundert euch nicht über die seltsame Formatierung heute .. irgendwas klappt da gerade nicht …