Mr Ryks

Mr Ryks

2. Juli 2018 10 Von Ronja

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Das ist Mr Ryks:

Ein Portemonnaie. Ich versuche immernoch, herauszufinden, was für ein Portemonnaie-Typ ich bin. Nicht zu groß ist bei mir der wichtigste Punkt. Mehr als 4 oder 5 Karten habe ich nicht. Keine Kundenkarten diverser Geschäfte, die immer dabei sein müssen. Nur Das wichtigste. Und außer meinem Ausweis habe ich noch nie etwas davon unvorbereitet benötigt. Nagut, einmal die Bankkarte als ein Fahrkartenautomat kein Bargeld angenommen hat.
Außerdem ein gut zugängliches Kleingeldfach und natürlich Platz für größeres Geld oder Zettel.

Mr Ryks kann das. Von der Größe und Machart ein „Männerportemonnaie“ (passt also gut in die Gesäßtasche) und wird einfach zusammengeklappt. Für das Innenleben bietet der Schnitt verschiedene Optionen. Kartenfächer, Kleingeldfach oder Fotofach können beliebig kombiniert und angeordnet oder weggelassen werden. An dieser Stelle hat mich der Schnitt tatsächlich ein wenig überfordert.

Das Ebook ist schon vor einigen Monaten erschienen und ich habe es direkt gekauft und ausgedruckt, Außenstoffe ausgesucht und zugeschnitten und dann weggelegt. Zu viele Kleinteile. Was davon brauche ich und wie viel? Was gehört wohin? Und wie zur Hölle soll ich das anordnen? Es hat tatsächlich eine ganze Weile gedauert, aber irgendwann bin ich morgens aufgestanden und habe das Portemonnaie genäht. Plötzlicher Motivationsschub.

Ich hab mich dann der Einfachheit halber für ein schlichtes Innenleben entschieden: Grauer Chambray. Nur zwei Teile sind aus einem gemusterten Stoff. Im Ebook ist auch eine Vorlage zum Ausmalen, mit der man die Gestaltung planen kann. Wer viele bunte/gemusterte Stoffe verwenden möchte, kann sich damit einfacher einen Überblick verschaffen.

Der Hauptgrund das Schnittmuster zu kaufen, war für mich das Kleingeldfach. Ich mag es ja, Schnitte selbst zu konstruieren und Lösungen auszutüfteln und glaube, dass ich das auch ganz gut kann. Manchmal bin ich aber denkfaul und hab keine Lust groß rumzuprobieren und bin froh, dass das schon jemand anders gemacht hat. So hier:

Ein Reißverschlussfach, dass sich auf einer Seite „auffächert“, aber geschlossen ganz flach ist. Und die Wendeöffnung für das Portemonnaie liegt in der Teilung vom Scheinfach. Toll und elegant gelöst.

Einziges Manko: Der fehlende Verschluss. Das ist Absicht, weiß ich und wusste ich vorher, aber der fehlt mir schon. Das Portemonnaie lässt sich gut falten und bleibt auch in Form, wenn es nicht zu stark befüllt ist. Zu viel Papier und Kleingeld sollte man aber nicht darin sammeln, wenn man es lose in die Tasche wirft und viel wühlt ;) Die meisten meiner Taschen haben aber sowieso ein Extrafach für den Geldbeutel, da passt das und wenn ich ihn mal lose in die Tasche werfe, kommt ein Haargummi drum. Beim nächsten würde ich mir trotzdem noch eine richtige Verschlussmöglichkeit dazu basteln.

Das Nähen hat soweit ganz gut geklappt, die Anleitung ist super ausführlich und gut bebildert. Das schwerste war für mich beim Zuschnitt eine Vorstellung davon zu bekommen, wie ich welche Stoffe/Teile anordne. Kurz vor Schluss habe ich dann auch nochmal gepatzt, weil mein Label auf dem Außenteil zu weit rechts aufgenäht habe. Ordentliches Lesen der Anleitung hätte das natürlich verhindern können, aber irgendwas ist ja immer und die wenigen Einstiche im Kunstleder, die das abgetrennte Label hinterlassen hat, sieht man kaum.

Der Außenstoff ist übrigens ein fester Baumwollstoff, den ich mit einer Schicht Odicoat beschichtet habe. Das scheint gut funktioniert zu haben und fühlt sich auch robuster an. Der Langzeittest steht allerdings noch aus. Zum Zeitpunkt der Fotos ist das Portemonnaie etwa zwei Wochen im Einsatz gewesen.

 

Schnittmuster: Mr Ryks von Hansedelli

Verlinkt: Taschen und Täschchen, Creadienstag, HoT