Mein Bahnenrock aus Cord

Mein Bahnenrock aus Cord

14. Februar 2018 18 Von Ronja

Obwohl ich mir ja immer vornehme das zu ändern, nähe ich immernoch viel zu wenig Kleidung. Das hat verschiedene Gründe. 

Zum einen weiß ich, dass ich Taschen kann. Das fällt mir leicht. Richtige Kleidung finde ich schwer. Fängt beim Zuschneiden an. Da denke ich mir nichtmal eben ein paar Maße aus, die ich mit Rollschneider und Lineal frei ausschneide. Nein, da muss ich mir einen Schnitt zeichnen oder einen fertigen Schnitt kleben oder abzeichnen und ausschneiden, auf Stoff übertragen und wieder ausschneiden. Dafür brauch ich dann meistens auch mehr Platz, als für ein Federmäppchen, den ich mir schaffen muss. Und definitiv auch mehr Material, Stoff, Zeit und Geduld.

Und dann kommt das Nähen. Da ich (noch!) keine Overlock besitze, muss ich bei dehnbaren Stoffen auf die Fake-Overlock-Stiche meiner Nähmaschine zurückgreifen. Und das geht sehr sehr langsam. Zickzack hat mich dafür einfach nicht überzeugt. Und nachdem man sehr sehr lange sehr sehr langsam genäht hat, kann man das Teil dann anprobieren. Und dann passt es vielleicht nicht. Weil man sich vermessen hat oder verrechnet oder Proportionen hat, die nicht der Norm entsprechen und dies nicht beachtet hat.
Im besten Fall kann man dann anpassen und es sitzt. Wenn man das kann, natürlich.


Dann ist alles gut. Und wenn es blöd läuft hat man ein paar Wochen oder Monate später zu- oder abgenommen und es sitzt nicht mehr alles so, wie es soll. Das nervt dann auch. Bei Kaufkleidung stört mich das weniger, aber bei selbst Genähtem, in das ich Zeit und Arbeit gesteckt habe, find ich das jedes mal schade. Klar, passt irgendwann wahrscheinlich wieder.

Ich lese oft, dass sich Menschen entweder als Taschen- oder Kleidungsnäher bezeichnen. Oder als Patchworker, die aber oft auch gern Taschen nähen. Ausnahmen bestätigen die Regel, wie immer. Webware oder Maschenware. Wahrscheinlich ist da was dran, irgendwie. Aber wie kommt das? Hätte ich mit einer anderen Maschine mit anderen Vorraussetzungen nähen gelernt, würde ich jetzt vielleicht haufenweise Hoodies produzieren.

Wenn ich Kleidung nähe, dann immernoch am liebsten Röcke. Weil ich die erstens gerne trage und weil die zweitens auch gut aus Webware gehen. Hoodie aus Webware geht nicht.

Und ich hab mir mal wieder einen Rock genäht. Genauer: Ein Bahnenrock aus Feincord. Vier Bahnen, Bündchen. Dafür kann man den Schnitt ganz einfach selber zeichnen und die Gefahr sich zu verrechnen ist auch sehr gering. 


Wichtig bei Kleidung für mich: Muss bequem sein. Und man muss sich bewegen können, ohne dauernd irgendwo rumzuppeln zu müssen.


Das geht bei diesem Rock sehr gut, viel Freiraum. Bequem weil Bündchen. Das ist so ein Rock, der auch locker kleine Gewichtsschwankungen mitmacht, in beide Richtungen.

Der nächste wird dann aus 6 Bahnen genäht, so der Plan.

Ich hab mir übrigens vor ner ganzen Weile mal ein Papierschnittmuster für ein Kleid gekauft. So eins wo man appausen muss etc. Das ist grausam. Ich werde es nähen, irgendwann. Ganz bestimmt. 

Heute dabei bei RUMS :)