Ich näh‘ mir ein rotes Kleid

Ich näh‘ mir ein rotes Kleid

1. August 2018 19 Von Ronja

[Werbung da Markennennung]

Was lange wärt wird endlich gut? Ja, manchmal. Manchmal geht aber auch alles sehr schnell und wird noch viel besser.
Wer schon länger mitliest, weiß, dass ich mich mittlerweile ans Kleidung nähen rantraue, aber immernoch nicht so richtig warmgeworden bin. Bei der Punkteelse hab ich ja gesagt, erstmal wieder Taschen und Webware. Zur Hälfte habe ich mich auch dran gehalten, die Webware-Hälfte. Aber dann kam die Idee und dann das Kleid.

 

 

Die Idee kam natürlich nicht einfach so. Vor einigen Wochen habe ich mir ein schönes Kleid gekauft (obwohl ich ja gar keine Kleider mehr kaufen will) und seitdem gerne getragen. Und jedes Mal dachte ich mir, es wäre auch schön in Rot. Und kürzer. Und ohne die durchgehende Knopfleiste.
Da mir das Kaufkleid beim Kauf auch noch nicht so richtig gut gepasst hat, habe ich es Zuhause direkt geändert und mir dabei schon gedacht: Hey, das könntest du doch auch ganz leicht selber nähen!

Das funktioniert eigentlich nie. Jedes Mal, wenn mein Kopf solche Gedanken denkt, geht das mächtig in die Hose. Kenn ich schon. Trotzdem hab ich dann vom Oberteil des Kaufkleides (nach der Anpassung) die Teile abgezeichnet, Nahtzugabe angezeichnet, Stoff zugeschnitten, genäht und siehe da: Ein ganz passables Oberteil! Natürlich nicht auf Anhieb, aber noch etwas enger genäht (möglicherweise auch einen winzigen Tacken zu eng, aber wen stört das schon?) und sitzt – Erfolgserlebnis!
Die Knopflöcher haben mir ein wenig Sorgen bereitet, gingen aber ganz problemlos, nachdem ich nochmal nachgelesen habe, wie das an der Maschine nochmal funktioniert hat.
Der Rock besteht aus zwei 75 cm breiten (Stoffbreite genutzt) Rechtecken, auf die Weite des Oberteils eingekräuselt. Das hab ich bis dahin noch nicht gemacht, auf der Pattydoo Seite gibt es aber ein Video, in dem das ganz einfach erklärt wird. Das hat auf Anhieb gut funktioniert – Erfolgserlebnis!

 

 

Die Taschen habe ich vom Kaufkleid so ohne Änderungen übernommen, die passen. Taschen sind ja eh schon praktisch, vor allem so große und tiefe. Aber auch Optisch mag ich sie hier gern.

 

 

Der Stoff ist ein Baumwollstoff von Frau Tulpe, der je nach Lichteinfall im Ton etwas changiert. Kurzerhand bei einer Bestellung direkt zwei Meter für das Kleid in den Wagen gelegt. Natürlich hab ich sehr viel Weniger gebraucht, ich schätze 1,20 Meter. Egal, dann wird noch ein Rock draus. Die Knöpfe sind aus einem örtlichen Stoffladen und ich Fuchs hab sogar dran gedacht, noch einen Ersatzknopf zu kaufen. So schlau bin ich ja doch eher selten, aber hier hab ich mal alles ziemlich gut hingekriegt. Man darf sich auch mal selbst auf die Schulter klopfen.

Alles in allem hat mich das Kleid so gut wie keine Nerven und auch nur wenige Stunden Zeit gekostet, da fand ich jedes Oberteil/Kleid aus Jersey, das ich bisher genäht habe viel anstrengender. Säumen mit Webware ist so schön einfach! Der Vorteil vom Schnitt ist allerdings auch, dass ich schon ein passendes Kleid hatte und nicht erst in Maßtabellen die richtige Größe abschätzen musste.

 

 

Aber perfekt ist natürlich auch nicht alles gelaufen. Einerseits habe ich mich stellenweise ordentlich mit Stecknadeln akupunktiert, andererseits habe ich den Vorteil der durchgehenden Knopfleiste beim Kaufkleid unterschätzt. Ich komme in mein rotes Kleid relativ gut rein, raus geht nicht mehr ganz so locker. Aber geht ;)

Ich bin immernoch überrascht, dass ich das wirklich genäht habe – kennt ihr so Momente?

Habt einen schönen Mittwoch!

Stoff: von Frau Tulpe Stoffe
Schnitt: mein eigener, von einem Kaufkleid abgenommen
Verlinkt: Me Made Mittwoch