Elsbag, drei in eins

Elsbag, drei in eins

22. März 2018 10 Von Ronja

[Werbung – das Schnittmuster wurde mir im Rahmen des Probenähens kostenfrei zur Verfügung gestellt]

Für dieses Jahr hab ich mir ein paar Dinge notiert, die ich unbedingt endlich mal umsetzen möchte, die ich schon lange mal machen will. Unter anderem auch einige nähtehnische Herausforderungen natürlich. Hinter eines kann ich nun einen Haken machen, ein Rucksack. 


Bei all den Taschen habe ich tatsächlich noch keinen einzigen Rucksack genäht, Turnbeutel zähl ich mal nicht.

Und manchmal passt einfach alles so richtig gut zusammen.

Am Mittwoch nachts nach der Arbeit hab ich den spontanen Probenähaufruf für die Elsbag gelesen. Passend, weil der Aufruf von Elsbeth & Ich kam, die ihren Laden in Bochum haben (und online, hier), wohin ich am nächsten Tag fahren wollte. 
Wer von euch mal nach Bochum kommt, sollte dem Laden unbedingt einen Besuch abstatten. Ein super tolles Sortiment, ausgewählte hochwertige Stoffe und immer liebe und hilfsbereite Mitarbeiter. 

Ich hab mich also wahnsinnig gefreut, als ich am nächsten Tag die Nachricht bekam und den Schnitt persönlich im Laden abholen konnte und nebenbei auch noch Material einkaufen. Oilskin wollte ich schon länger mal austesten, bis dahin hatte mich der Preis aber abgehalten. Zur Elsbag passt das Material aber einfach ganz wunderbar, der Rucksack soll ja auch ein wenig robust und wetterfest sein.



Zum Schnitt: 

Die Elsbag ist ein Papierschnitt mit Anleitung. Die Schnitteile sind alle Rechteckig, so dass man mit den Maßen aus der Anleitung auch sehr gut arbeiten kann und kein Schnittmuster auschneiden. Das mag ich ja immer sehr. Zwei mal schneiden (einmal Papier und dann den Stoff) finde ich unglaublich nervig. Es sind aber schon so einige Schnitteile, weshalb man sich unbedingt Zeit nehmen sollte. Ich hab ungefähr einen halben Tag (inkl. nähen) für die komplette Tasche gebracht, natürlich mit Kaffeepausen ;)

Die Rucksacktasche bietet mehrere Tragevarianten. Einmal ganz klassisch als Rucksack, Henkel zum Tragen in der Hand oder über dem Arm und optional noch ein abnehmbarer Träger zum Umhängen. 

Interessant finde ich auch den super ausführlichen Rucksackvergleich von Fredi von Seemannsgarn. Wenn ihr mal einen Rucksack nähen möchtet, kann ich euch den Beitrag nur wärmstens empfehlen. Meine Elsbag war schon im Gebrauch, als ich ihren Artikel gelesen habe. Trotzdem spannend.
 
Oben wird der Rucksack mit einem Reißverschluss geschlossen, auf der Vorderseite befindet sich ein unter der Blende verstecktes Reißverschlussfach, auf der Rückseite kann auch eins genäht werden (dort ohne Blende).

Von der Handhabung ist die Elsbag also toll. Ich kann den Rucksack einfach abnehmen und mir über den Arm hängen, wenn ich etwas aus der Tasche brauche oder an der Kasse schnell einpacken möchte. Kein umständliches auf dem Boden abstellen. Die beiden Reißverschlussfächer außen ermöglichen es auch, schnell mal die Taschentücher / Handy / Portemonnaie griffbereit zu haben, ohne erst in der Tasche zu wühlen. Dabei kann durch die Blende bzw. das rückseitige Fach trotzdem niemand mal schnell reingreifen. 

Vom Innenleben hab ich leider kein Foto gemacht, dort befindet sich nur ein einfaches Einsteckfach über die breite des Rückens, das einmal mittig geteilt wird. Wem das zu wenig ist, der kann sich aber sicher noch beliebige Fächer dazubasteln. Oder einen Schlüsselfinder. Ich muss unbedingt nächstes mal an einen Schlüsselfinder denken!

Der groß gepunktete ist mein Innenstoff. Mal so ein Foto, weil ich es verpatzt hab, eins vom Innenleben zu machen. Den Stoff hab ich ja schon häufiger vernäht und für die Elsbag gleich nochmal nachgekauft. Im Nachhinein hätte mit ein kleiner gemusterter Stoff vielleicht besser gefallen, aber ich mag ihn.

Die Größe der Elsbag sollte man nicht unterschätzen, da geht wirklich einiges rein. Entsprechend schwer kann sie auch werden. Letzte Woche bin ich mit ihr auf der Creativa in Dortmund gewesen, den Belastungs- und Komforttest hat sie überstanden. Einzig die Träger würde ich nächstes mal vielleicht noch ein kleines bisschen polstern.  

Im Alltag trage ich die Tasche aber am liebsten am langen Träger über der Schulter, die Rucksackfunktion gefällt mir für Momente, in denen man die Hände frei haben möchte oder das Gewicht der Tasche auf beiden Schultern verteilen. Bestimmt kennt ihr das Phänomen: Große Tasche = Volle Tasche. Immer. Ich werf da einfach immer alles rein, bis die Tasche voll ist. Gestern hab ich erst 3(!) paar Armstulpen rausgefischt. Schon gesucht.

Und noch ein paar Worte zum Material. Oilskin. Gewachste Baumwolle. Das Material ist also wasserabweisend, lässt sich aber super gut vernähen und auch bügeln (dabei aber das Bügelbrett mit einem alten Tuch schützen). Lässt sich also schön verarbeiten, was mir gerade bei dieser Tasche gelegen kam. Dort treffen ja Stellenweise schon so einige Lagen aufeinander und mit anderem Material wäre das sicher schwierig geworden. 
Entegegen meiner Befürchtungen schmiert da aber nix aus dem Stoff raus. Weder beim Nähen, noch beim Tragen.

Oilskin ist nicht waschbar, aber man kann es gut abwischen. Durch das viele Bügeln beim Nähen hat sich ein Teil des wachses aus dem Stoff natürlich verabschiedet. Ein kleiner Spritztest hat aber bewiesen, dass das gar nichts macht. 

An einem Reststück erstmal getestet:

Bei bedarf kann man den Stoff wohl auch nachwachsen, damit habe ich mich aber noch nicht beschäftigt.

Puh, das war mal ein ungewöhnlich ausführlicher Post heute. Ihr seht, ich bin mit meiner Elsbag echt glücklich. Das Material ist perfekt geeignet, der Rucksack nicht nur schön, sondern auch praktisch und eine kleine Portion Stolz schwingt hier auch noch mit. 

Den Schnitt bekommt ihr hier im Shop von Elsbeth & Ich.
Den Oilskin auch.

Und mich findet ihr heute ganz stolz und glücklich bei RUMS und den Taschen und Täschchen (und Rucksäcken, ha ha).